Über den Rathausdächern im Westerwald soll die Regenbogenfahne wehen

Veröffentlicht am 16.01.2016 in Geschlechtergerechtigkeit

Jusos Westerwald starten Aktion zur Teilnahme am internationalen Tag gegen Homophobie

Die Jungsozialist*innen (Jusos) im Westerwald haben in den vergangenen Wochen die Bürgermeister aller Gemeinden im Kreis angeschrieben und zur Teilnahme am internationalen Tag gegen Homophobie aufgerufen. Homophobie beschreibt die Feindseligkeit gegenüber Lesben und Schwulen. Die Nachwuchsorganisation der SPD möchte erreichen, dass sich die kommunalen Gremien mit der Diskriminierung von homo-, bi-, trans-, und intersexuellen Menschen auseinandersetzen und jährlich am 17. Mai die Regenbogenfahne an den Rathäusern gehisst wird. Seit 2005 wird der internationale Tag gegen Homophobie am 17. Mai eines jeden Jahres begangen; die Regenbogenfahne ist das Zeichen der Lesben- und Schwulenbewegung und steht weltweit für Vielfalt und Toleranz.

Das Anliegen wird damit begründet, dass auch in Deutschland weiterhin eine Diskriminierung von homo-, bi-, trans-, und intersexuellen Menschen stattfindet. Hierbei wird auch auf die Äußerungen eines Kommunalpolitikers aus dem Westerwald verwiesen, der im vorvergangenen Jahr sein Unverständnis über die Abschaffung der Strafbarkeit von Homosexualität in Deutschland äußerte. „Gerade im Alltag findet in unserer Region weiterhin eine unterschwellige Benachteiligung von homo-, bi-, trans-, und intersexuellen Menschen statt. Wir setzen uns für einen weltoffenen und bunten Westerwald ein, in dem vielfältige Lebensentwürfe respektiert und gefördert werden. Deshalb haben wir uns die Frage gestellt, wie die Gemeinden daran mitwirken können. Durch die Teilnahme am internationalen Tag gegen Homophobie und dem gleichzeitigen anbringen der Regenbogenfahne am Rathaus können die Gemeinden zeigen, dass sie für einen bunten Westerwald eintreten“, so die Vorsitzenden des Jusos-Kreisverbandes Westerwald Thomas Neumann und Sebastian Stendebach. In ihrem Anschreiben weisen die Jusos auch darauf hin in den Kommunen notfalls Unterschriften für ein Bürgerbegehren zu sammeln, insoweit ein Gemeinderat der Teilnahme am internationalen Tag gegen Homophobie nicht zustimmt. Die Jugendorganisation möchte zeitnah und öffentlich über die Reaktionen auf ihr Begehren, bezogen auf die jeweilige Gemeinde, berichten.